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Warum du nicht jede:n Mitarbeiter:in für dich gewinnen kannst – und warum das echte Führung ist

 

Es gibt eine unbequeme Wahrheit in der Führung, über die selten offen gesprochen wird:

 

Du kannst nicht jede:n Mitarbeiter:in für dich gewinnen.

 

Und noch wichtiger: Du musst es auch nicht.

Viele Führungskräfte glauben – bewusst oder unbewusst –, dass gute Führung bedeutet, alle mitzunehmen, alle zu halten, alle zu entwickeln. Doch diese Vorstellung erzeugt enormen Druck. Und sie ist nicht realistisch.

 

Führung bedeutet nicht, dass alles harmonisch bleibt.

 

Führung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auch für Entscheidungen, die nicht bequem sind.

 

Ich möchte dir dazu zwei Beispiele aus meiner eigenen Führungspraxis teilen.

 

Wenn Wachstum an Grenzen stößt: 

Die erste Mitarbeiterin war fachlich gut.

Sie forderte regelmäßig mehr Gehalt – deutlich mehr als andere in vergleichbarer Position. Das ist zunächst legitim. Gleichzeitig wurden Arbeitszeiten nicht korrekt dokumentiert.

 

In einem Entwicklungsgespräch habe ich sehr klar kommuniziert:

„Du kannst dich hier fachlich und persönlich weiterentwickeln.

Aber du wirst weder über die üblichen Gehaltserhöhungen hinaus verdienen noch eine höhere Position erreichen.

Wenn du dich umorientieren möchtest, verstehe ich das – und unterstütze dich dabei von Herzen.

Nur hier, in meinem Büro, wirst du an diesem Punkt nicht weiter wachsen.“

 

Ein Vierteljahr später hat sie gekündigt.

Diese Trennung war keine Niederlage.

Sie war eine Konsequenz aus Klarheit.

 

Loyalität – und ihre Schattenseite:

Das zweite Beispiel war komplexer.

Diese Mitarbeiterin nahm sich viele Freiheiten:

Sie kam häufig zu spät, meldete sich nicht ab, Termine waren schlecht vorbereitet. Gleichzeitig war sie sehr emotional – oft weinend, für mich eher inszeniert als überfordert.

Und trotzdem:

Sie war loyal.

Sie sprang ein, wenn es brannte.

Und weil ich Loyalität sehr schätze, hielt ich länger an ihr fest, als ich es normalerweise getan hätte.

 

Doch Führung bedeutet nicht nur, Loyalität zu würdigen.

Führung bedeutet auch, Leistung einzufordern und Verhalten klar zu adressieren.

Am Ende kündigte auch sie – natürlich mit großem Drama.

 

Was danach passiert ist, ist entscheidend:

Beide Positionen konnten gut ersetzt werden.

Die neuen Mitarbeiter:innen waren leistungsstärker – teilweise deutlich.

Und die Stimmung im Team veränderte sich spürbar.

Sie wurde ruhiger.

Klarer.

Harmonischer.

 

Und an dieser Stelle stelle ich dir eine entscheidende Frage:

Mit wem ist ein Team langfristig erfolgreicher?

 

Mit Menschen, die ständig Grenzen verschieben, Energie binden und Unruhe bringen?

Oder mit Menschen, die Verantwortung übernehmen, Leistung bringen und sich klar einordnen?

 

Führung heißt auch: erkennen, wenn es nicht mehr passt

Nicht jede Trennung ist ein Scheitern.

 

Manche sind ein notwendiger Entwicklungsschritt – für beide Seiten.

Menschen verändern sich.

Teams verändern sich.

Und manchmal entwickeln sich Wege auseinander, obwohl sie am Anfang gut zusammengeführt haben.

 

Wichtig ist:

Gute Führung bedeutet nicht, dass es nie zu Trennungen kommt.

Das ist eine Illusion.

 

Gute Führung bedeutet:

Entwicklungen früh zu erkennen

Gespräche klar zu führen

Grenzen rechtzeitig zu setzen

und Trennungen souverän zu gestalten, wenn sie notwendig werden

 

Nicht emotionslos.

Aber klar.

 

Vorbereitung ist der Schlüssel.

Wenn du als Führungskraft gut entwickelt bist, wird dir nicht „nichts mehr passieren“.

Aber du wirst besser vorbereitet sein.

Du wirst früher Klarheit haben.

Du wirst Gespräche strukturierter führen.

Und du wirst besser mit den emotionalen Folgen umgehen können – bei dir selbst und bei anderen.

Denn Führung ist keine Frage von Kontrolle.

Sondern von Haltung.

Und von Sprache, die trägt.

 

Deine nächsten Schritte

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Führung ist nicht immer bequem.

Aber sie wird leichter, wenn du klar bist – innen wie außen.

 

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