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Zu lieben....

.... ist wichtiger, als geliebt zu werden, sagen die alten Philosophen. Betrachten wir das doch einmal ein bißchen näher. Zu lieben ist unabhängig vom Gegenüber. Es Bedarf keines zurück geliebt werdens. Wenn wir lieben, sei es einen anderen Menschen, eines Tieres, der Natur, einer Tätigkeit, dann gehen wir darin auf. Es erfüllt unser Herz mit Freude. Es erwartet keine Gegenleistung. Wir lieben vorbehaltlos.
Anders, wenn wir Gegenliebe erwarten. Dann kann es schmerzen, wenn sie nicht unseren Vorstellungen entspricht. 
Wir alle haben unser Konstrukt, wie Liebe aussehen soll, was zu liefern ist, damit wir auch ordentlich happy sind. Und schon sind wir drin, im Konflikt, in der Unzufriedenheit. Wir haben es nicht mehr in der Hand, rutschen von der Aktivität in die Passivität, werden handlungsunfähiger. Durch die Erwartungshaltung an die Liebe des Partners entstehen unsagbar viele Konflikte, entsteht immer wieder Leid.
Und natürlich Hochstimmung, Glück, Freude, in den Momenten, wenn die Liebe übereinstimmt. So sollte es - bitte - doch immer bleiben.....
Wenn wir es schaffen, den Partner zu lieben, einfach um unser selbst willen, dann sind wir nahe dran, an wahrer Zufriedenheit, an Leichtigkeit. Aber kann man das wirklich schaffen? 
Ja, man kann. Es ist sicher immer wieder ein Prozess, weil wir es uns immer wieder ins Bewusstsein rufen müssen. Unsere Liebe zu einem Menschen hat die Erwartungshaltung eben im Gepäck. Wenn wir uns das bewusst machen und unsere Liebe zulassen, unabhängig davon, ob wir in der Form zurück geliebt werden, wie wir uns das vorstellen, dann kann unsere Liebe frei(er) sein, dann geht es um die Liebe an sich und nicht mehr um Bedingungen. Das hat mit Loslassen zu tun. Ja, da sind wir wieder bei den alten Philosophen. So weise waren sie. 
"Geliebt zu werden, macht uns stark. Zu lieben, macht uns mutig." So Laotse. Ich finde, da ist was dran. 
"Wir haben nur Kontrolle über unsere eigenen Gedanken, Handlungen und Absichten und nicht darüber, was der Andere tut oder denkt. Wir neigen dazu, immer wieder das Verhalten anderer kontrollieren und manipulieren zu wollen." So Louise L. Hay.
Wenn wir uns entscheiden, zu lieben ohne zurück geliebt zu werden, dann macht uns das nicht frei von Schmerz, davor, verletzt zu werden. Wenn wir lieben sind wir stark und schwach zu gleich. das sind wir aber auch, wenn wir in der Erwartungshaltung sind. Ich würde mal behaupten, dann sind wir noch ein bißchen verletzlicher, weil wir die Verantwortung für uns selbst abgeben.
Denken Sie darüber nach. 
Also, heute schon geliebt?

Viel Freude wünsche ich Ihnen! Und: Bis nächste Woche!